TRUE CRIME KAPRUN 

„Kriminalfall Kaprun“ 

Bergung des im Tunnel ausgebrannten Zuges der Gletscherbahn


Am 11. November 2025 kamen sie wieder zusammen, die Hinterbliebenen der 155 Toten von Kaprun. Wie jedes Jahr an diesem Tag trafen sie sich an der Gedenkstätte, die für ihre toten Kinder, Mütter, Väter, Geschwister und Partner errichtet wurde, weil sie vor 25 Jahren im Tunnel der Gletscherbahn verbrannten und erstickten
 
Alle, die das gemeinsame Leid zusammenführt und die sich dort, am traurigsten Ort Österreichs, begrüßen, kennen sich gut. Doch ihre Zahl wird kleiner. Immer häufiger und viel zu früh sterben Kaprun-Opfer an gebrochenem Herzen, dem Broken-Heart-Syndrom. Zu schmerzhaft sind Trauer und Kummer über den vermeidbar gewesenen Tod ihrer Angehörigen; zu mächtig sind Wut und Zorn über eine Justiz, die keine Österreicher schuldig sprechen durfte; zu groß sind Verachtung und Verbitterung über einen Staat, der mit Lügen und manipulierten Beweisen die Wahrheit unterdrückt, weil die Tourismus-Lobby und die Betreiber von Seilbahnen um ihre Millionen-Gewinne bangen.

In dem düsteren Kapruner Tal ohne Sonne, ohne Wärme und ohne Trost waren die Hinterbliebenen am 11. November 2025 nicht allein. Ihnen gegenüber standen die Männer, deren Fehlverhalten die Brandkatastrophe und den Tod ihrer 155 Angehörigen verursachte und die sie unwidersprochen „Mörder unserer Kinder“ nennen.
 
Das offizielle Österreich war jedoch an diesem 25. Jahrestag nicht vertreten. Keiner der Politiker aus Wien und Salzburg, die sich bei Jubiläen sonst so gerne vor die Kameras drängen, hielt es für nötig, der 155 Toten zu gedenken. Nur der 1993 geborene Kapruner Bürgermeister Domenik David war gekommen, zum Zeitpunkt der Katastrophe noch Schüler und nun der einzige politische Vertreter aus der Republik Österreich.
 
Die zynische Hoffnung der österreichischen Tourismusmanager scheint aufzugehen: Je weniger über die Toten von Kaprun gesprochen wird, umso mehr Fun haben die jungen Snowboarder und Skisportler, die ganzjährig auf ihren schnellen Brettern den großen Kick auf dem Gletscher suchen. – Dies mag für Österreich gelten, das schon immer Meister im Verdrängen war.
 
Doch gerade junge Menschen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, aus Japan und den USA fragen immer intensiver nach den Hintergründen der Katastrophe von Kaprun. Vielleicht liegt es am besonders ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden der jüngeren Generation; vielleicht an ihrer stärkeren Empathie für Opfer staatlichen Fehlverhaltens, das auf Lügen und Betrug basiert; vielleicht aber auch an den jungen Redakteurinnen und Redakteure neuer Medien, die kämpferischer reagieren, wenn sie über Justizskandale und staatliches Unrecht berichten.
 
Als die Hinterbliebenen am 11. November 2025 dann im Innenraum der Kaprun-Gedenkstätte unter sich waren, die Namen und Fotos ihrer verstorbenen Angehörigen betrachteten und sich erinnerten, wurde die Frage wieder übermächtig: Warum?
 
Warum hat die Oberste Seilbahnaufsicht der Republik eine Tunnelseilbahn ohne Brandschutz, ohne Notbremsen und ohne Türöffner genehmigt?
 
Warum haben alle zuständigen Bundes- und Landesbehörden über Jahre ihre Kontrollpflichten nicht erfüllt?
 
Warum hat die Kapruner Gletscherbahnen AG über sechs Jahre jeden Tag beim Betrieb der Bahn auf so tödliche Weise geschlampt?
 
Und es drängte sich eine weitere Frage auf:
 
Warum mussten die 155 Toten von Kaprun im Gerichtssaal des Salzburger Landesgerichts ein zweites Mal sterben und mit ihnen die Wahrheit?
 
Keine Lüge war der österreichischen Justiz zu schäbig, kein Betrug zu erbärmlich, keine Intrige zu schmierig, keine Fälschung zu dreist und kein Trick zu schmutzig, um die Schuldigen freizusprechen.

Kaum war der Brandtunnel in Kaprun im November 2000 begehbar, stürmten ihn Beamte des Innenministeriums aus Wien und entwendeten aus den Fahrständen des unzerstörten Gegenzugs alle Gegenstände, die für die Brandermittlung benötigt wurden. Darunter waren auch zwei eingebaute Heizlüfter. Als einen Tag später der unabhängige Gerichtsgutachter in den Tunnel stieg, um in der Bahn die Brandentstehung zu rekonstruieren, sah er in den Cockpitwänden nur noch zwei leere für die Heizlüfter ausgeschnittene Löcher mit dahinterliegenden Hydraulikleitungen. Alle Beweismittel waren widerrechtlich entfernt worden und befanden sich an einem geheimen Ort in Wien.

59 Prozesstage dauerte das von einem Salzburger Einzelrichter geleitete Kaprun-Verfahren, eine Zeit in der die Hinterbliebenen durch die Hölle gingen. Dabei hätten eigentlich nur wenige Tage ausgereicht, um die Schuldfrage gerichtsfest zu klären, so eindeutig klar waren die Beweise für unfassbare Schlampereien bei Bau und Betrieb der Kapruner Gletscherbahn.
 
Entgegen aller Sicherheitsvorschriften waren in den vier Fahrständen der Standseilbahn simple Haushaltslüfter direkt neben unter Druck stehenden Hydraulikleitungen geschraubt worden, die ein hochexplosives und weltweit verbotenes Öl enthielten. Und da keine Fachfirma, sondern ein benachbartes Unternehmen die neuen Zugaufbauten aus Kunststoff stümperhaft aber preisgünstig auf die alten Fahrgestelle montiert hatte, erwiesen sich die Cockpits als undicht. Bei jeder Fahrt durch den nasskalten Tunnel ließ eisige Zugluft die Fahrer frieren.
 
Trotz ihrer Beschwerden half der Betriebsleiter den Fahrern nicht, sodass sie sich in ihrer Not primitive Bretterverschläge bastelten, die sie luftdicht hinter die Metallwände der Fahrpulte einpassten und mit Isolierwolle abdichteten. Nun drang zwar keine Zugluft mehr in die Fahrstände, aber auch die Heizlüfter waren von der Luftzufuhr abgeschlossen und erhielten keine Frischluft.
 
Sechs Jahre fuhren die beiden Bahnen täglich Skifahrer von der Talstation Kaprun zum Alpincenter unter dem Kitzsteinhorn und wieder zurück. Dabei arbeiteten die gesetzeswidrig eingebauten Haushaltsheizlüfter unter Extrembedingungen. Seit 1994 sprang jeder Lüfter etwa 90.000 Mal im Acht-Minuten-Takt an, bevor der Zug nach drei Minuten stromlos mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h durch den nasskalten Tunnel rumpelte. Bei jeder dieser 3,9 Kilometer langen Pendelfahrten waren die Lüfter einem Höhenunterschied von 1.534 Metern und Temperaturschwankungen von über 20°Celsius ausgesetzt.

Millionen Fahrgäste wurden so transportiert, doch niemand kontrollierte die beiden Züge. Keiner der Experten von der Seilbahnaufsicht, vom TÜV und der technischen Leitung der Gletscherbahnen AG schaute hinter die Metallwände:
 
Niemand entdeckte die illegalen Holzverschläge; niemand wechselte die Hydraulikleitungen aus, die durch das aggressive verbotene Öl porös und undicht wurden; niemand sah die sich immer stärker ausbreitenden brandgefährlichen roten Öltropfen an den Holzbrettern; niemand bemerkte, dass die Lüfter Öl ansaugten, das den glühenden Heizdrähten immer näher kam; niemand spürte, dass in den Cockpits eine Zeitbombe immer schneller tickte.

Bis zum 11. November 2000! – Da trafen Öltropfen auf die Glühdrähte. Zuerst brannte es im Lüfter, dann entzündeten sich die Ölleitungen und 180 Liter explodierten im Hydrauliköltank. Weil der Zug nicht aus brandhemmendem Material bestand, wurden hochtoxische Nervengifte frei, deren Rauch den gesamten Tunnel füllte.

Panisch suchten die Fahrgäste im brennenden Zug Notbremsen, Feuerlöscher, Notöffner für Türen, Nothämmer zum Einschlagen von Fenstern oder Kommunikationsmöglichkeiten zum Fahrer. Doch alles fehlte! Weil es keinen Brandschutz gab, waren sie im Zug gefangen. Zwölf Personen schlugen Fenster mit Skistöcken ein und schafften es bis zum Tunnelausgang; 155 erstickten und verbrannten im Tunnel oder in der Bahn.

16 Österreicher waren für die Sicherheit der Bahn verantwortlich: Der Technische Direktor, der Betriebsleiter, Techniker, Prüfer und Mitarbeiter der Seilbahnaufsicht. Doch sie wurden alle freigesprochen! Dafür erklärte das Gericht den nur für Bad und WC zugelassenen Haushaltsheizlüfter für schuldig, obwohl 670.000 baugleiche Geräte weltweit ohne Beanstandung im Einsatz waren. Und weil das Heizgerät aus Schwaben kam, wurde Deutschland zum „primären Tatort“ der Brandkatastrophe von Kaprun.
 
Als Einzelrichter Manfred Seiss am 19. Februar 2004 in Salzburg alle österreichischen Beschuldigten freisprach, stürzte für die Hinterbliebenen die Welt ein. Erst war es still, dann schrien sie ihr Entsetzen hinaus. Eltern brachen zusammen und Angehörige weinten hemmungslos. Voller Verzweiflung rannten sie aus dem Gerichtssaal und vor die Kameras internationaler Medien. Ihre Empörung, ihre Schreie, ihre Tränen und ihre Wut gingen um die Welt, während der Richter mit seinen Gutachtern in einer Salzburger Szenekneipe den erfolgreichen Abschluss des Kaprun-Prozesses feierte.
 
Politik, Regierung und Tourismusverbände interessierte nicht das Leid der Hinterbliebenen, nicht die Verzweiflung der Opferfamilien und schon gar nicht die Aufklärung der Brandkatastrophe! Es ging ihnen um die Rettung der österreichischen Tourismuswirtschaft; denn wer hätte bei einem Verschulden Österreichs dort noch Urlaub gemacht. Ohne Skrupel, ohne Hemmungen und ohne Beweise erfanden österreichische Juristen und Gutachter die Lüge von der Selbstentzündung des deutschen Heizlüfters und trieben damit gnadenlos ein solides schwäbisches Familienunternehmen mit 400 Mitarbeitern in den Ruin.
 
Der Mann, der den angeblichen Beweis für die deutsche Schuld und die österreichische Unschuld lieferte, war ein 82-jähriger sehbehinderter Gutachter, der nicht wusste, dass man ihm manipulierte Teile eines schwäbischen Heizlüfters untergeschoben hatte. Als dann Ermittler aus Baden-Württemberg diese für den Kaprun-Prozess wichtigsten Beweismittel untersuchen wollten, fehlten sie. Kurz vor dem angekündigten Besuch der deutschen Kriminologen war der für die Freisprüche der 16 angeklagten Österreicher entscheidende Hauptbeweis aus der Asservatenkammer des Landesgerichts Salzburg heimlich entfernt worden, um dann nie wiederaufzutauchen.
 

Kaprun ist nicht nur Österreichs schwerste Katastrophe des Skitourismus,
es ist auch Westeuropas größter Justizskandal seit 1945!
Durch ein Komplott von Politikern, Ministern, Beamten, Richtern, Polizisten,
Gutachtern, Verteidigern und Tourismusmanagern
wurde Kaprun zu einem der spektakulärsten europäischen Kriminalfälle!
 
TRUE CRIME KAPRUN