HYMNEN, HITS & HANSEATEN“

Senatsempfang
200 Jahre Hamburger Liedertafel

Hubertus Godeysen hält Festrede beim Senatsempfang

19. April 2023

 

Mit einem großen Senatsempfang zum 200. Geburtstag ehrte die Stadt Hamburg den Chor „Hamburger Liedertafel am 19. April 2023. Ein offizieller Empfang des Senats im großen Festsaal des Rathauses gilt in Hamburg als höchste Ehrung, die von der Hansestadt vergeben wird.

 

Zwei Jahrhunderte begleitete Norddeutschlands ältester Männerchor die Menschen seiner Heimatstadt durch hamburgische und deutsche Zeitläufe. Dafür dankten dem Chor Kultursenator Carsten Brosda und Bundespräsident a.D. Christian Wulff, als Präsident des Deutschen Chorverbandes. Die Festrede hielt Hubertus Godeysen.

Die Gründung des Chores erfolgte nach den Freiheitskriegen gegen Napoleon, als Hamburger Bürger im Freiwilligenverband der Hanseatischen Legion, gemeinsam mit anderen Freiheitskämpfern, 1813 und 1814 Napoleons Besatzungstruppen aus Norddeutschland vertrieben. Erfolgreich kehrten sie in das befreite Hamburg zurück und wurden mit überschwänglichem Jubel begrüßt. Als die ehemaligen Legionäre 1823 ihr zehnjähriges Stiftungsfest feierten, holten sie den Komponisten Albert Methfessel in die Hansestadt und gründeten am 19. April 1823 einen Männerchor. Aus Kaufleuten, Professoren, Anwälten und Logenbrüdern formte Methfessel die „Hamburger Liedertafel“, dessen 200. Geburtstag mit einem Senatsempfang im Festsaal des Rathauses und mit einem Jubiläumskonzert im Großen Saal der Elbphilharmonie gefeiert wurde. 

In seiner Rede „Hymnen, Hits & Hanseaten“ informierte Godeysen über die Geschichte des Männerchores und die enge Verbundenheit der Sänger mit ihrer Heimatstadt. Er schilderte wie der traditionsreiche Chor die Hamburger Bevölkerung über zwei Jahrhunderte aktiv begleitete. Mit kraftvoller Stimme hatten die Männer bei frohen Festen mit Frack und Zylinder gesungen und den Menschen in dunklen Zeiten Hoffnung, Trost und Zuversicht gegeben.

Und deutsche Geschichte hat die „Hamburger Liedertafel“ auch geschrieben: Am 5. Oktober 1841 sang der Chor auf dem Jungfernstieg die Uraufführung des von Hoffmann von Fallersleben gedichteten „Liedes der Deutschen“, für dessen erfolgreiche Verbreitung das liberale bürgerliche Hamburg sorgte. Das Lied, dessen Grundmelodie Joseph Haydn von einem kroatischen Liebeslied übernahm, wurde 1922 deutsche Hymne und ist seit 1952 die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. 

 

Senatsempfang mit Festrede „Hymnen, Hits & Hanseaten“